Personendaten


Ehrlich Clara

Nachname
Ehrlich
Geburtsname
Oppenheim
Vorname
Clara
Geburtsdatum
21.12.1858
Geburtsort
Eschwege
Weitere Familienmitglieder

Eltern: Isaak und Klara Oppenheim geb. Rosenau
Ehemann: Felix Ehrlich
Kinder: Ludwig, Else verh. Michelsohn, Franz, Paul, Martha verh. Aufrichtig, Gustav, Frieda verh. Lippmann

Adresse

Ludwigstraße 17 (heute 10)

Beruf/Ämter
Emigration/Deportation
Sterbeort/Sterbedatum
Bad Kissingen - 1935

Biografie


Clara Ehrlich geb. Oppenheim wurde am 21. Dezember 1858 als Tochter des Färbers Isaac Oppenheim und dessen Frau Klara Rosenau in Eschwege geboren. 

Sie heiratete den Kissinger Kaufmann Felix Ehrlich, der dort seit 1882 ein „Manufactur- und Modewarengeschäft führte, das sich unter seiner Leitung rasch zum führenden Modehaus der Stadt entwickelte. Claras Ehemann war 1909 als erster Jude in den Stadtrat gewählt worden, was für Bad Kissingen zu dieser Zeit noch eine kleine Sensation war. Clara und Felix Ehrlich hatten drei Söhne und vier Töchter. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1918 übernahmen Claras Söhne Ludwig und Franz die Firma. Sie errichteten in der Ludwigstraße einen eindrucksvollen, repräsentativen Neubau und festigten den hervorragenden Ruf des Geschäftes.

Nach dem Tod von Claras Mann kam es zu heftigen Auseinandersetzungen in der jüdischen Gemeinde, da sich Felix Ehrlich seiner liberalen Einstellung entsprechend verbrennen und einäschern ließ, was gegen die traditionellen orthodoxen Gesetze verstößt. Darum durfte die Urne des Verstorbenen nicht auf dem jüdischen Friedhof in Bad Kissingen beigesetzt werden. Seine Witwe Clara griff deshalb zu einer List: Sie ließ ihren Mann auf dem Nachbargrundstück des Friedhofs beisetzen, das im Besitz der Familie war, und schenkte einen Teil des Grundstücks mit der letzten Ruhestätte ihres Mannes der jüdischen Gemeinde. Im Laufe der Zeit verschwand dann beiläufig der trennende Zaun zwischen dem Ehrlich-Grundstück und dem angrenzenden Friedhofsgelände. So befindet sich heute das Familiengrab Felix Ehrlichs zwar etwas am Rande des jüdischen Friedhofs, doch innerhalb des umfriedeten Bezirks.

Der Rassenwahn der Nazis überschattete ab den dreißiger Jahren das glückliche Familienleben der Ehrlich-Kinder. Sie mussten aus Deutschland fliehen, um ihr Leben zu retten und der Shoa zu entgehen. So emigrierten Claras Kinder mit ihren Familien in alle Teile der Welt, ihre Nachkommen leben heute in England, Australien, Kanada und Israel. Clara selbst hat die Repressionen der NS-Zeit zum Teil noch miterleben müssen. Sie starb 1935 und ist im Familiengrab neben ihrem Mann auf dem jüdischen Friedhof in Bad Kissingen beigesetzt worden.

(weitgehend entnommen aus: Hans-Jürgen Beck: Kissingen war unsere Heimat… S. 579)


Quellenangaben


Hans-Jürgen Beck, Kissingen war unsere Heimat, Stand April 2017, S. 579f
Familienstammbaum Plaut, Nr. 971 - 980externer Link

Bildnachweise


© Joske Ereli, Ein Gedi



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