Personendaten


Finke Berta

Nachname
Finke
Geburtsname
Finke
Vorname
Berta
Geburtsdatum
02.09.1875
Geburtsort
Theilheim
Weitere Familienmitglieder

Eltern: Lazarus Finke und Babette Weikersheimer
Geschwister: Johanna verh. Buschitz, Sara verh. Bachmann, Miriam (Meta) verh. Cohn, Ida (Judith), Benjamin, Jettchen verh. Oberdörfer, Lina verh. Kurzweil, Elsa (Esther) verh. Oberdorfer

Adresse

Maxstraße 10 (Jüdisches Gemeindehaus)

Beruf/Ämter
Haushaltshilfe
Emigration/Deportation

September 1942 deportiert nach Theresienstadt
Mai 1944 deportiert nach Auschwitz

Sterbeort/Sterbedatum
Auschwitz - genaues Todesdatum unbekannt

Biografie


Berta (Brendil) Finke lebte nur kurze Zeit in Bad Kissingen in der Familie ihrer Schwester Lina, deren Mann Moses Kurzweil hier zu Beginn der 1920er Jahre als Kantor und Schochet tätig war.
Berta wurde im September 1875 als Tochter des Handelsmanns Lazarus Finke (1847-1928) und dessen Ehefrau Babette Weickersheim (1842-1911) im fränkischen Theilheim/Landkreis Schweinfurt (heute Ortsteil von Waigolshausen) geboren und wuchs mit acht Geschwistern in einer kinderreichen Familie auf. Lazarus Finkeexterner Link stammte aus einer alteingesessenen, weitverzweigten Familie Theilheims und erzog seine Kinder in streng religiöser Weise. Seine langjährige Mitarbeit als Mitglied der Chewra Kadischa zeigte auch, dass er sich in der jüdischen Gemeinde religiös und sozial engagierte.

Berta blieb zeitlebens ledig, sie war taubstumm, deshalb auch ohne Beruf und auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen. 1921 lebte sie in der Familie ihrer Schwester Miriam (Meta) in Würzburg und im Juni 1923 zog sie dann nach Bad Kissingen zu ihrer jüngeren Schwester Lina verh. Kurzweil, deren Mann hier seit 1921 als Kantor und Schochet tätig war. Die Familie lebte in seiner Dienstwohnung im Jüdischen Gemeindehaus in der Maxstraße 10 (heute Promenadestraße 2), und Berta arbeitete im Haushalt der Familie mit.

Als die Familie Kurzweil im August 1924 die fränkische Kurstadt wieder verließ und nach Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zog, wo Linas Ehemann die vakant gewordene Stelle des Kantors und Schochet übernahm, ging Berta mit ihnen und wohnte dort zusammen mit ihnen in der Uhlengasse 5 im Vorderhaus der Synagoge, das als „Judenschule“ bezeichnet wurde und traditionell die Wohnung des Kantors der Gemeinde war. Sie lebte dort bis zum November 1938. Nach den massiven Ausschreitungen des Novemberpogroms verließen Berta Finke und auch ihre Schwester Lina mit ihrem Mann und ihrem jüngsten Sohn Treuchtlingen und zogen nach Frankfurt. Allerdings blieb Berta dort nicht lange, denn laut „Deutscher Minderheitenvolkszählung 1939" war sie im Mai 1939 in Würzburg gemeldet und lebte in der Familie ihrer Schwester Jettchen verh. Oberndörfer. Als letzter Wohnsitz für das Jahr 1942 wird Bibrastraße 6, angegegeben, wo sich damals ein Sammel- und Zwangsquartier befand, das für 272 jüdische Menschen zur letzten Wohnstätte vor der Deportation wurde.

Am 23. September 1942 wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Jettchen nach Theresienstadt deportiert, am 18. Mai 1944 weiter ins Vernichtungslager Auschwitz und nach der Ankunft dort ermordet.

Von den acht Geschwistern Bertas wurden sieben und viele ihrer Ehepartner und Kinder Opfer der Shoa. Einzig Bertas Schwester Miriam (Meta) Kohn geb. Finke (1876-1968) überlebte. Sie konnte 1938 zu ihren Kindern nach Frankreich und später nach Palästina emigrieren.


Quellenangaben


Meldeakten der Stadt Bad Kissingen, Meldekarte Berta Finke
Liste der Abmeldungen der Glaubensjuden in Treuchtlingen (1937 - 1940), Stadtarchiv Treuchtlingen, Mail Andrea Schill, 27.10.2025
Myheritage, Berta Finke In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945
Myheritage, Berta Finke In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945externer Link

Datenbank Ancestry, Stammbaum Brendil (Berta) Finkeexterner Link
Datenbank Myheritage, Brendil (Berta) Finke In Geni Welt-Stammbaumexterner Link
Datenbank Genicom, Brendil (Berta) Finkeexterner Link
Opferdatenbank cz, Berta Finkeexterner Link
Arolsen Archives Online, Berta Finkeexterner Link
Datenbank Ancestry, Berta Finke in der Sammlung Deutschland: Daten über 7'400 nordbayrische Judenexterner Link
Datenbank Ancestry, Berta Finke in der Sammlung Deutschland: Juden in Würzburg, 1900-1945externer Link
Elisabeth Böhrer, Finke Berta, Im Gedenken an die Deportationsopfer, Biographische Datenbank Jüdisches Unterfrankenexterner Link
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Berta Finkeexterner Link
Datenbank Myheritage, Elieser Lazarus Finke In Geni Welt-Stammbaumexterner Link
Datenbank Genicom, Elieser Lazarus Finkeexterner Link
Datenbank Myheritage, ל Miriam Meta Merale כהן Kohn/Cohen (geb. פינקה/פינקע Finke)externer Link
Datenbank Myheritage, Miriam (Meta) Kohn geb. Finke, מרים מטה מרלה כהן (geb. פינק)externer Link
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Kohn Meta geb. Finkeexterner Link
Elisabeth Böhrer, Oberdorfer Siegfried, Im Gedenken an die Deportationsopfer, Biographische Datenbank Jüdisches Unterfrankenexterner Link
Raum der Namen, Josef Leo Bachmannexterner Link
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Jettchen Oberndörferexterner Link
Gedenkbuch Bundesarchiv Koblenz, Benjamin Finkeexterner Link
Gedenkbuch Bundesarchiv Koblenz, Jettchen Oberndörferexterner Link
Gedenkbuch Bundesarchiv Koblenz, Lina Lea Kurzweilexterner Link
Gedenkbuch Bundesarchiv Koblenz, Elsa Oberdorferexterner Link
Zentrale Datenbank der Holocaustopfer Yad Vashem, Johanna Bischitz
Zentrale Datenbank der Holocaustopfer Yad Vashem, externer Link
Sarchen Bachmannexterner Link



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