Personendaten


Götzler Isak

Nachname
Götzler
Vorname
Isak
Geburtsdatum
01.03.1873
Geburtsort
Żmigród (Trzebnica-Landkreis) Woiwodschaft: Niederschlesien (heute polnisch)
Weitere Familienmitglieder

Eltern: Adolf und Esther Götzler
Ehefrau: Toni (Temerl) Friedmann
Kinder: Selma verh. Silberg, Regina verh. Blum, Josef

Adresse

verschiedene Adressen, zuletzt Promenadestraße 5b und Theresienstraße 15

Beruf/Ämter
Kaufmann, Weinvertreter
Emigration/Deportation
Sterbeort/Sterbedatum

Biografie


Der Kaufmann Isak Götzler lebte Mitte der 1920er Jahre für kurze Zeit in Bad Kissingen.

Seine Biografie konnte bisher nur lückenhaft rekonstruiert werden. Isak Götzler stammte aus Żmigród in Niederschlesien (heute polnisch). Er wurde dort im März 1873 als Sohn des Kaufmanns Adolf Götzel und seiner Ehefrau Esther geboren. Verheiratet war Isak mit Toni (Temerl) Friedmann, die im November 1873 in Krakau zur Welt kam. Später zog das Ehepaar nach Franken, wo 1902 in Schweinfurt ihre Tochter Selma zur Welt kam. Kurz darauf lebte die Familie offensichtlich in Aschaffenburg. Dort wurden Selma (*1905) und Josef (Pinkus) (*1914) geboren. In den folgenden Jahren zog Isak Götzler mit seiner Familie nach Nürnberg in die Breite Gasse 4/II (Adressbuch 1920externer Link), wo die Familie Götzel wohl bis 1933 ihren Lebensmittelpunkt hatte.

Nach Bad Kissingen kam Isak Götzler erstmals im Mai 1922 und blieb bis zum Ende der Kursaison Mitte September. Auch in den beiden folgenden Jahren war er wieder während der Kursaison hier gemeldet. In den Wintermonaten hielt er sich in Nürnberg auf. Welcher Tätigkeit der selbständige Kaufmann hier nachging, ist nicht bekannt. Im Verzeichnis der jüdischen Gewerbetreibenden in Nürnberg (Stand 1930) von Gerhard Jochem wird Isak Götzler als Weinvertreter aufgeführt. Auch Isaks Töchter Regina und Selma wohnten in der Kursaison 1922 und 1924 in Bad Kissingen und hatten hier offenbar eine Anstellung gefunden.

Die Familie lebte bis 1933 in Nürnberg, dann zogen Isak und Toni Götzler und ihr Sohn Josef nach Krakau, in die Geburtsstadt seiner Frau. Tochter Regina folgte 1934. Regina heiratete den Krakauer Schneidermeister Josef Blum. im Jahr 1940 lebten Isak, Toni, Josef, Regina und ihre 1937 geborene Tochter Salomea in der Augustianska 19 im jüdischen Viertel  Kazimierz in der Krakauer Altstadt, in einer gemeinsamen Wohnung mit Josef Blum, der in der Registrierungskarte von 1940 als „Haushaltsvorstand" aufgeführt wird.  Für Familie Blum ist noch eine letzte Adresse Starowiślnastr. 35 zu finden. 

Das weitere Schicksal von Isak, seiner Frau Toni, seiner Tochter Regina und seiner Enkelin Salomea ist bis heute ungeklärt. Es gibt keinerlei Hinweise über ihren weiteren Verbleib in den Datenbanken und auch im Gedenkbuch des Bundesarchiv in Koblenz sowie in der Zentralen Datenbank Yad Vashem finden sich dazu keine Angaben. Vermutlich mussten sie 1941 - wie alle anderen jüdischen Einwohner der Stadt ins Ghetto Krakauexterner Link ziehen. Nach der Besetzung Krakaus durch die deutsche Wehrmacht im September 1939 ordnete die SS im März 1941 die Errichtung eines Ghettos in Podgórze, einem südlich der Weichsel liegenden Stadtteil an, in das alle jüdischen Einwohner der Stadt umziehen mussten. 15.000 Menschen  wurden hinter Mauer und Stacheldraht zusammengepfercht, in einem Stadtteil, in dem vorher 3000 Menschen lebten. In den folgenden beiden Jahren wurden die meisten der Ghettobewohner in Vernichtungslager deportiert und ermordet und im März 1943 wurde das Ghetto endgültig aufgelöst. 

Regina Blums Ehemann Josef wurde nach der Auflösung des Ghettos im März 1943 in das südöstlich von Krakau gelegene KZ und Arbeitslager Płaszówexterner Link überstellt und im August 1944 ins KZ Mauthausen verschleppt. Dort war auch sein Schwager Josef Götzler inhaftiert. Dieser überlebte die schrecklichen Lagerbedingungen nicht und starb im Dezember 1944 laut Sterbeeintrag an Lungenentzündung.

Isak Götzlers Schwiegersohn Josef Blum überlebte dagegen und hielt sich nach Kriegsende im DP-Lager Ebenseeexterner Link in Oberösterreich, einem früheren Außenlager des KZ Mauthausen auf. Sein weiterer Lebensweg ist nicht bekannt. Ob der 1984 in Aschaffenburg verstorbene Josef Blum (*1905) mit ihm identisch ist, ist nicht belegt.

Isak Götzlers ältere Tochter Selma, die 1931 in Nürnberg den in Wilna geborenen Jakob Silberg geheiratet hatte, konnte rechtzeitig aus Deutschland fliehen. Sie lebte - inzwischen verheiratet - in Wiesbaden und emigrierte mit ihrem Mann und ihrem Sohn Sigmund im April 1939 nach Paraguay und im Juni weiter nach Argentinien.


Quellenangaben


Meldekarte Isak Götzler, Stadtarchiv Bad Kissingen
Datenbank Genicom, Isak Gotzlerexterner Link
Datenbank Myheritage, Izak Gotzler In Geni Welt-Stammbaumexterner Link
Nürnburger Adressbuch 1920externer Link
Nürnberger Adressbuch 1933, Blatt 212externer Link
Datenbank Myheritage, Izak "Isaak" Gotzlerexterner Link
Datenbank Myheritage, Isak Götzler In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945externer Link
Datenbank Ancestry, Izak Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)externer Link
Datenbank Ancestry, Izak Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)externer Link
Datenbank Ancestry, Izak Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Registrierungsformulare jüdischer Einwohner, 1940 (USHMM)externer Link
Datenbank Ancestry, Izak Gotzler in der Sammlung Holocaust: Aufzeichnungen aus Zehn Gettosexterner Link
Datenbank Myheritage, Toni Götzler In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945externer Link
Datenbank Myheritage, Regina Blum (geb. Gotzler) In Geni Welt-Stammbaumexterner Link
Datenbank Myheritage, Regina Götzler In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945externer Link
Datenbank Ancestry, Regina Blum in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)externer Link
Datenbank Ancestry, Pinkus Josef Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)externer Link
Datenbank Ancestry, Pinkus Josef Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)externer Link
Datenbank Ancestry, Pinkus Jozef Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Registrierungsformulare jüdischer Einwohner, 1940 (USHMM)externer Link
Datenbank Myheritage, Josef Götzler In Deutschland, Hessisches Sterberegister, 1850-1958externer Link
Arolsen Archives Online, Josef Götzlerexterner Link
Datenbank Ancestry, Pinkus, Josef Goetzler in der Sammlung Deutschland, Haftlisten, 1933–1945externer Link
Datenbank Findagrave, Josef Götzlerexterner Link
Datenbank Mapping The Lives, Selma Silbergexterner Link
Datenbank Myheritage, Selma Silberg (geb. Götzler) In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945externer Link
Datenbank Myheritage, Selma Silberg (geb. Götzler)externer Link
In FamilySearch Stammbaum Datenbank Ancestry, Selma Götzler in der Sammlung Nürnberg, Deutschland, Heiratsregister 1876-1925externer Link
 Jakob Silberg in der Sammlung Deutschland, Haftlisten, 1933–1945externer Link
Datenbank Ancestry, Jakob Silberg in der Sammlung Deutschland, Haftlisten, 1933–1945externer Link
Datenbank Myheritage, Jakob Silberg In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945externer Link
Datenbank Myheritage, Sigmund Silberg In FamilySearch Stammbaumexterner Link
Datenbank Ancestry,Józef Blum in der Sammlung Krakau, Polen, Registrierungsformulare jüdischer Einwohner, 1940 (USHMM)externer Link
Arolsen Archives Online, Eintrag Mauthausen, Josef Blumexterner Link
Arolsen Archives Online, Häftlingskarte Mauthausen, Josef Blumexterner Link
Arolsen Archives Online, Häftlingskarte KZ Plassow, Josef Blumexterner Link
Datenbank Ancestry, Jozef Blum in der Sammlung Registrierung von NS-Verfolgten nach der Befreiung, 1945–1950externer Link
US Holocaust Memorial Museum, Holocaust Survivors and Victims Databaseexterner Link
Datenbank Ancestry, Josef Blum in der Sammlung Ebensee, Österreich, Register vertriebener Personen, 1945externer Link
Datenbank Ancestry, Josef Blum in der Sammlung Deutschland, Find a Grave® Index, 1600-heuteexterner Link
Datenbank Ancestry, Salomea Blum in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)externer Link
Zentrale Datenbank Yad Vashem, Eintrag Salomea Blumexterner Link

Bildnachweise




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