Personendaten
Silberg Selma
Eltern: Isak Götzler und Toni (Temerl) geb. Friedmann
Geschwister: Regina verh. Blum, Josef
Ehemann: Jakob Silberg
Kinder: Sigmund, Frieda
Bachgasse 2
Theresienstraße 15
April 1939 emigriert nach Paraguay
Juni 1939 nach Argentinien
Biografie
Selma Silberg geb. Götzler lebte nur kurze Zeit in Bad Kissingen.
Sie kam im März 1902 als erste Tochter des Kaufmanns Isak und seiner Ehefrau Toni geb. Friedmann in Schweinfurt zur Welt. Ihre Eltern waren aus dem heutigen Polen zugewandert, der Vater stammte aus Żmigród (Trzebnica-Landkreis) in Niederschlesien, und ihre Mutter wurde in Krakau geboren. Spätestens 1905 wohnte die Familie in Aschaffenburg, wo ihre zwei jüngeren Geschwister Regina (*1905) und Josef (*1914) geboren wurden.
Wenige Jahre später zog die Familie nach Nürnberg in die Breite Gasse 4/II (Adressbuch 1920
), das bis 1933 zum Lebensmittelpunkt der Familie werden sollte.
Im März 1931 heiratete Selma den aus Wilna stammenden Kaufmann Jakob Silberg. Das Ehepaar lebte zunächst in Mittelfranken, wo im Mai 1932 ihr Sohn Siegmund in Fürth geboren wurde.
Während die übrigen Mitglieder der Familie Götzler nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Krakau zogen, wohnte die Familie Silberg in den nächsten Jahren in Wiesbaden, wo im Dezember 1937 Tochter Frieda zur Welt kam. Selmas Ehemann wurde nach dem Novemberpogrom 1938 im KZ Dachau inhaftiert, wurde aber im Dezember 1938 wieder entlassen, vermutlich unter der Bedingung, Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen. Im April 1939 verließ die Familie Wiesbaden und emigrierte zunächst nach Paraguay. Bereits im Juni 1939 konnten sie dann nach Argentinien einreisen, das zu ihrer neuen Heimat werden sollte. Selma Silberg starb am 28. Januar 1875 in Buenos Aires im Alter von 72 Jahren.
Das Schicksal von Selmas Eltern und ihrer Schwester Regina ist bis heute ungeklärt. Sie und auch ihr jüngerer Bruder Josef lebten 1940 in Krakau in einer gemeinsamen Wohnung. Josef wurde im Laufe des Krieges ins KZ Mauthausen deportiert und starb dort Ende 1944.
Für die restlichen Familienmitglieders gibt es keinerlei Hinweise in den Datenbanken, Archiven und auch im Gedenkbuch des Bundesarchiv in Koblenz sowie in der Zentralen Datenbank Yad Vashem. Vermutlich mussten sie 1941 - wie alle anderen jüdischen Einwohner der Stadt ins Ghetto Krakau
ziehen. Nach der Besetzung Krakaus durch die deutsche Wehrmacht im September 1939 ordnete die SS im März 1941 die Errichtung eines Ghettos in Podgórze, einem südlich der Weichsel liegenden Stadtteil an, in das alle jüdischen Einwohner der Stadt umziehen mussten. 15.000 Menschen wurden hinter Mauer und Stacheldraht zusammengepfercht, in einem Stadtteil, in dem vorher 3000 Menschen lebten. In den folgenden beiden Jahren wurden die meisten der Ghettobewohner in Vernichtungslager deportiert und ermordet und im März 1943 wurde das Ghetto endgültig aufgelöst.
Quellenangaben
Meldekarte Isak Götzler, Stadtarchiv Bad Kissingen
Datenbank Genicom, Isak Gotzler![]()
Datenbank Myheritage, Izak Gotzler In Geni Welt-Stammbaum![]()
Nürnburger Adressbuch 1920![]()
Nürnberger Adressbuch 1933, Blatt 212![]()
Datenbank Myheritage, Izak "Isaak" Gotzler![]()
Datenbank Myheritage, Isak Götzler In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945![]()
Datenbank Ancestry, Izak Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)![]()
Datenbank Ancestry, Izak Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)![]()
Datenbank Ancestry, Izak Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Registrierungsformulare jüdischer Einwohner, 1940 (USHMM)![]()
Datenbank Ancestry, Izak Gotzler in der Sammlung Holocaust: Aufzeichnungen aus Zehn Gettos![]()
Datenbank Myheritage, Toni Götzler In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945![]()
Datenbank Myheritage, Regina Blum (geb. Gotzler) In Geni Welt-Stammbaum![]()
Datenbank Myheritage, Regina Götzler In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945![]()
Datenbank Ancestry, Regina Blum in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)![]()
Datenbank Ancestry, Pinkus Josef Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)![]()
Datenbank Ancestry, Pinkus Josef Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Bewerbungen für ID-Karten für Juden während des 2. Weltkriegs, 1940-1941 (USHMM)![]()
Datenbank Ancestry, Pinkus Jozef Götzler in der Sammlung Krakau, Polen, Registrierungsformulare jüdischer Einwohner, 1940 (USHMM)![]()
Datenbank Myheritage, Josef Götzler In Deutschland, Hessisches Sterberegister, 1850-1958![]()
Arolsen Archives Online, Josef Götzler![]()
Datenbank Ancestry, Pinkus, Josef Goetzler in der Sammlung Deutschland, Haftlisten, 1933–1945![]()
Datenbank Findagrave, Josef Götzler![]()
Datenbank Mapping The Lives, Selma Silberg![]()
Datenbank Myheritage, Selma Silberg (geb. Götzler) In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945![]()
Datenbank Myheritage, Selma Silberg (geb. Götzler)![]()
In FamilySearch Stammbaum Datenbank Ancestry, Selma Götzler in der Sammlung Nürnberg, Deutschland, Heiratsregister 1876-1925![]()
Datenbank Myheritage,
Selma Gotzler In Weltweites jüdisches Bestattungsregister von JewishGen
Datenbank Myheritage, Selma Silberg (geb. Gotzler) In Datenbank für Gedenktafeln von JewishGen![]()
Arolsen Archives Online, Schreibstubenkarte Jakob Silberg![]()
Arolsen Archives, Gestapo-Kartei Wiesbaden (nur als jüdisch Verfolgte) ![]()
Jakob Silberg in der Sammlung Deutschland, Haftlisten, 1933–1945![]()
Datenbank Ancestry, Jakob Silberg in der Sammlung Deutschland, Haftlisten, 1933–1945![]()
Datenbank Myheritage, Jakob Silberg In Jüdische Holocaust-Gedenkstätten und jüdische Einwohner Deutschlands 1939-1945![]()
Datenbank Myheritage, Sigmund Silberg In FamilySearch Stammbaum![]()
Zurück zur Liste