Personendaten


Appel Irene

Nachname
Appel
Geburtsname
Löwenthal
Vorname
Irene
Geburtsdatum
12.06.1904
Geburtsort
Darmstadt
Weitere Familienmitglieder

Eltern: Maier Löwenthal und Clothilde Löwenthal geb. Ehrmann
Geschwister: Fanny und Bertha Löwenthal
Ehemann: Machiel Appel
Kinder: 1 Sohn 

Adresse

Promenadestraße 3 (heute 7)

Beruf/Ämter
Emigration/Deportation

April 1933 emigriert in die Niederlande
1943 deportiert von Westerbork nach Auschwitz

Sterbeort/Sterbedatum
Auschwitz - 25.01.1943

Biografie


Irene Löwenthal war die Tochter des Bad Kissinger Viehhändlers und Matratzenhändlers Maier Löwenthal und seiner aus Darmstadt stammenden Frau Clothilde geb. Ehrmann. Sie kam am 12. Juni 1904 in Darmstadt zur Welt. Die Familie zog ein Jahr später nach Bad Kissingen, wo auch Irenes jüngere Schwestern Fanny (1906) und Bertha (1908) geboren wurden.

Nach kurzfristigen Aufenthalten in Düsseldorf und Berlin im Jahr 1932 emigrierte Irene Löwenthal 1933 in die Niederlande. Sie heiratete dort den 1899 in Amsterdam geborenen Machiel Appel. Im August 1938 erhielt sie Besuch von ihren Eltern und ihrer Schwester Fanny, die Abschied von ihr nahmen und in die USA emigrierten.

Irene und ihr Mann wurden Opfer der NS-Gewaltherrschaft. Im August 1940 - kurz nach dem Einmarsch der deutschen Truppen - kam ihr Sohn S. zur Welt. Während Irenes Eltern und ihre beiden Schwestern 1938 in die USA emigrieren konnten und überlebten, wurde Irene Appel 1943 vom Sammellager Westerbork nach Auschwitz deportiert, wo sie im Alter von 38 Jahren ermordet wurde. Als Todesdatum wird der 25. Januar 1943 angegeben. Auch ihr Mann wurde ein Jahr später nach Polen deportiert und ermordet. Nur ihr gemeinsames Kind überlebte die Shoa. Es wurde während der Kriegszeit von zwei christlichen Familien im niederländischen Untergrund versteckt gehalten. Der Vater der zweiten Familie wurde später Oberster Richter am Niederländischen Obersten Gerichtshof. 

Anfang 1947 konnte der damals Sechsjährige zu seinen Großeltern in New York ausreisen. Sein Großvater Maier Löwenthal schrieb darüber in einem Brief an einen Bad Kissinger Bekannten: "Leider haben wir unsere älteste Tochter [Irene] mit deren Mann in Holland auch dieser Verbrecherclique opfern müssen. Deren Jüngsten von sechseinhalb Jahren, der vier Jahre von einer christlichen Familie versteckt gehalten wurde, haben wir vor drei Monaten zu uns gebracht. Es ist ein schöner, kluger Junge, der uns viel Vergnügen macht" (Brief Maier Löwenthal vom 23.03.1947, Privatbesitz). Der Junge wuchs dann als Adoptivkind in einer Rabbinerfamilie in Boston auf und studierte Physik.


Quellenangaben


Korrespondenz Maier/Clothilde Löwenthals mit einem Bad Kissinger Bekannten, Briefe in Privatbesitz
Bundesarchiv Koblenzexterner Link
Yad Vashem Zentrale Datenbank..externer Link
Joods Monumentexterner Link
Meldeunterlagen Stadt Bad Kissingen



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