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Personendaten


Bach Siegfried

Nachname
Bach
Vorname
Siegfried
Geburtsdatum
22.04.1895
Geburtsort
Unsleben
Weitere Familienmitglieder

Eltern: Moses und Fanny Bach geb. Reiss
Geschwister: Rita verh. Kälbermann
Cousins: Arthur und Viktor Bach

Adresse

Bachgasse 15 (alte Zählung)

Beruf/Ämter
(Realschüler) Kaufmann
Emigration/Deportation
Sterbeort/Sterbedatum
Breslau - 03.07.1940

Biografie


Siegfried Bach gehörte zu den Bad Kissinger Realschülern, die aus den ländlichen Gebieten der Rhön und des Grabfelds kamen und während ihrer Realschulzeit in Bad Kissingen lebten. Er kam am 22. April 1895 als Sohn des Viehhändlers Moses Bach und dessen Frau Fanny geb. Reiss in Unsleben zur Welt, zwei Jahre später erblickte seine Schwester Rita das Licht der Welt.

Siegfried Bachs Aufenthalt in Bad Kissingen war nur von kurzer Dauer. Er wechselte 1910 aus der 4. Klasse des Adam’schen Instituts in Würzburg in die 5. Klasse der Kissinger Realschule, die er aber bereits im April 1911 wieder verlassen hat. In dieser Zeit wohnte er bei Hamburger in der Bachgasse. Siegfried Bach absolvierte vermutlich in Würzburg eine kaufmännische Lehre und war nach dem Ersten Weltkrieg für kurze Zeit in Würzburg berufstätig.

Der alleinstehende Siegfried Bach lebte bis Ende 1937 gemeinsam mit seinen Eltern und der Familie seiner inzwischen verheirateten Schwester Rita in Unsleben in der Hauptstraße 33. Dann zog er nach Oberhof (Information Prof. Dr. Hesselbach, Mail vom 05.05.2019). Nach dem Novemberpogrom wurde Siegfried Bach im KZ  Dachau bis zum Februar 1939 inhaftiert. Von November 1939 bis Januar 1940 war er in Haft im Gerichtsgefängnis Bad Neustadt, im Landesgerichtsgefängnis Bamberg und im Gerichtsgefängnis Hof/Saale. Die Gründe für die Inhaftierung sind nicht bekannt. Im März 1940 verzog Bach nach Breslau, wo er im Juli 1940 verstorben ist. (Vermerk auf der Meldekarte im Standesamt Bad Neustadt).  

Seine Schwester Rita wurde mit ihrem Mann und ihrem erst zehnjährigen Sohn im April 1942 nach Krasnizcyn deportiert und ermordet. Siegfrieds Eltern kamen im Juni des gleichen Jahres ins Altersheim in der Bibrastraße in Würzburg. Sein Vater Moses starb dort nach kurzer Zeit, die Mutter Fanny wurde im September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Sie überlebte die Strapazen des Lagers und gelangte im Februar 1945 mit einem Rettungstransport (Vereinbarung Himmler–Musy) in die Schweiz. Das weitere Schicksal ist nur teilweise bekannt.  Sie starb im Juli 1949 (Mapping the Lives, Volkszählungsdaten vom 17. Mai 1939, Bundesarchiv R 1509. (VZ261926)externer Link.

 


Quellenangaben


Schülerakte des Jack-Steinberger-Gymnasiums
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken; Biografien zu Siegfried, Moses, Fanny und Rita Bachexterner Link
Meier and Zerlina Bach, Doron Zeilberger's Family Doron Zeilberger's Home Pageexterner Link
Rainer Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 - 1945, S. 64 und S. 694
Informationen Prof. Dr. Josef Hesselbach, Mail 05.05.2019
Datenbank Ancestry, Deutschland: Juden in Würzburg, 1900-1945externer Link 
Dokumente des Archivs in Bad Arolsen:
- ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Zugangsbuch des KZ Dachau, Kopie 1.1.6.1 / 9892894
- ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Kartei für aus Dachau entlassene "Aktionsjuden", Kopie 1.1.6.7 / 10609652
- ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Auszüge aus Unterlagen des Gerichtsgefängnisses Bad Neustadt/Saale, Kopie 1.2.2.1 / 11481942
- ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Auszüge aus Unterlagen des Landgerichtsgefängnisses Bamberg, Kopie 1.2.2.1 / 11483223
- ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Auszüge aus Unterlagen des Gerichtsgefängnisses Hof/Saale, Kopie 1.2.2.1 / 11485795
- ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Gestapo Würzburg, Kopie 1.2.3.11 / 12302731



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