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Die Ausgrenzung und Entrechtung der Bad Kissinger Juden

 Mit Beginn der NS-Diktatur begann eine fortschreitende Ausgrenzungs- und Entrechtungspolitik gegenüber der jüdischen Bevölkerung, deren Ziel es war, den jüdischen Mitbürgern die Existenzgrundlage zu nehmen und den Auswanderungsdruck auf sie zu erhöhen. Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begannen die ersten Boykottaktionen gegen jüdische Geschäfte und der Repressionen gegen jüdische Bürger.

Kupsch Boykott 1933

NS-Geschäftsboykott gegen "Kupsch & Co" 1933 wegen jüdischen Teilhabers
© Hans-Jürgen Beck

Reglementierung 3

Das nachfolgende Schaubild stellt die einzelnen Phasen der Judenverfolgung dar und gibt einen detaillierten Überblick über die konkrete Umsetzung nationalsozialistischer Ausgrenzungspolitik in der Kurstadt.

Ausgrenzung - Entrechtung - Vertreibung - Vernichtung der Kissinger Juden

  • "Schutzhaft" gegen jüdische Bürger
  • Hausdurchsuchungen
  • Hetze gegen emigrierte Juden in der NS-Presse
  • "Schwimmbadaffäre" (Zutrittsverbot für jüdische Badegäste)
  • Nächtliche Terrorakte gegen jüdische Geschäfte und Privatpersonen
  • Antisemitische Demonstration von Kurgästen gegen "Judeninvasion"
  • Anbringung judenfeindlicher Schilder
  • Misshandlung eines Juden durch SA-Angehörige
  • Ausschreitungen auf dem Kissinger Markt gegen jüdische Kaufleute
  • Schändung des jüdischen Friedhofs

 

 

 

 

 

ZIEL: Verdrängung aus dem gesellschaftlichen Leben - Verlust der Lebensgrundlage - Erhöhung des Auswanderungsdrucks

 

  • Entlassung nichtjüdischer Hausangestellter in jüdischen Haushalten
  • Versuch der Ausgrenzung jüdischer Schüler
  • Verweigerung von Konzessionen für jüdische Kurbetriebe
  • Kennzeichnung jüdischer Betriebe
  • Einschränkungen für jüdische Kurgäste durch neue Benutzungsordnung:
     
    • gelbe Kurkarten
    • Zutrittsverbot zum Kurgarten, Kurhaus, Kurtheater, den Heilquellen, der Wandelhalle
    • speziell gekennzeichnete Bänke für Juden

 

 

 

 

 

ZIEL: Verdrängung aus dem gesellschaftlichen Leben - Verlust der Lebensgrundlage - Erhöhung des Auswanderungsdrucks

 

 

  • Ausschreitungen des Novemberpogroms
     
    • Inbrandsetzen der Synagoge
    • Zerstörung jüdischer Kureinrichtungen, Geschäfte und Privathäuser
    • Festnahme von 28 Juden (von denen 14 ins KZ Dachau deportiert werden)
    • Demütigung inhaftierter Juden: Polizei führt aneinander gekettete Juden zum jüdischen Friedhof und zwingt sie ergebnislos nach "belastendem Material" zu graben
    • Beschimpfungen durch Kissinger Bürger
       
  • völliger Ausschluss jüdischer Kurgäste
  • "Arisierung" jüdischer Geschäfte
  • Verbot jüdischer Gottesdienste

 

 

 

ZIEL: Verdrängung aus dem gesellschaftlichen Leben - Verlust der Lebensgrundlage - Erhöhung des Auswanderungsdrucks
 

 

 

 

  • Einweisung der Juden in spezielle "Judenhäuser"
  • Verpflichtung zu unterbezahlter Zwangsarbeit
  • Beschlagnahmung jüdischen Besitzes
  • Deportation von 23 Kissinger Juden nach Krasnizcyn (April 1942)
  • Deportation der restlichen 18 Kissinger Juden ins KZ Theresienstadt (September 1942)

 

 

 

ZIEL: Ausrottung der jüdischen Bevölkerung   - Ermordung von mindestens .... Kissinger Juden