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Personendaten


Adler Karl

Nachname
Adler
Vorname
Karl (Kalonymus, Kalman)
Geburtsdatum
30.08.1912
Geburtsort
Bad Kissingen
Weitere Familienmitglieder

Eltern: Hirsch und Therese Adler geb. Rosenthal
Geschwister: Johanna, Lotte, Suse Adler
Tante: Jeanette Adler
Ehefrau: Miriam (Fanny) geb. Cohn
5 Kinder, darunter Varda und Tirza

Adresse

Theresienstraße 5b (heute 10)

Beruf/Ämter
Lehrer
Emigration/Deportation

April 1937 emigriert nach Palästina

Sterbeort/Sterbedatum
Israel - 06.10.1999

Biografie


Karl (Kalman) Adler wurde am 30. August 1912 als erstes Kind des Manufakturwarenhändlers Hirsch Adler und seiner Frau Therese geb. Rosenthal in Bad Kissingen geboren. Karl verlebte mit seinen jüngeren Schwestern eine unbeschwerte, schöne Kindheit in der Badestadt. Das Leben in Bad Kissingen erschien zu dieser Zeit noch ruhig und friedlich. Das Angebot der jüdischen Gemeinde war - bedingt durch die zahlreichen jüdischen Kurgäste aus dem In- und Ausland - vielfältig und anspruchsvoll. Hirsch und Therese Adler unternahmen zudem sehr viel mit ihren Kindern. Besonders gerne spielten sie Schach, Dame und Ping Pong mit ihnen oder machten Wanderungen mit der ganzen Familie. Sie legten aber auch Wert darauf, ihre Kinder mit der jüdischen Religion und der Thora vertraut zu machen. Ihre Kinder sollten fest in der jüdischen Tradition verankert sein und sich dabei gleichzeitig als loyale deutsche Staatsbürger fühlen. Hirsch Adler war nachhaltig geprägt von der deutschen Aufklärung und vom Humanitätsideal Lessings, Goethes und Schillers.

Umso schlimmer traf die Adlers das massive Anwachsen des Antisemitismus in Bad Kissingen zu Beginn der 30er Jahre. Mit dem Geschäftsboykott vom 1. April 1933 veränderte sich für sie die Lage schlagartig von einem Tag auf den anderen. Sie sahen sich mit einer Vielzahl antisemitischer Agitationen und Restriktionen konfrontiert. Wirtschaftlich setzte der Familie der Boykott ihres Geschäftes besonders zu. Das Leben und Überleben wurde für sie immer schwerer. Karl, der die Kissinger Realschule besucht hatte, hatte von 1929 bis zu seinem Examen 1932 an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt ILBA in Würzburg studiert, um Religionslehrer zu werden. Er unterrichtete dann noch kurz als Lehrer in Hammelburg, bevor er eine Fortbildung an einer Jeschiwa (jüdische Hochschule) und eine Umschulung (sog. „Hachschara") für die Emigration nach Palästina machte, auch um bessere Chancen zu haben, eine Einwanderungserlaubnis von der britischen Mandatsverwaltung zu bekommen. 1935 erhielt Karl Adler, der sich in Palästina Kalman Nesher nannte, endlich die lange ersehnte Genehmigung. Er hielt sich allerdings noch einige Zeit in Bad Mergentheim und Halberstadt auf.

Erst am 7. April 1937 wanderte er nach Palästina aus und ließ sich als Lehrer und Bibliothekar im religiösen Kibbuz Hafetz Haim, zu dessen Gründern er gehörte, nieder. Dort lernte er einige Jahre später Miriam Cohn kennen, die in Hamburg geboren und von Beruf Kindergärtnerin war. Sie emigrierte zunächst nach Rotterdam und hielt sich später in Kopenhagen auf, wo sie ein Einreisevisum für Palästina bekam und im Januar 1940 dorthin emigrieren konnte. Sie heirateten im Februar 1942 und hatten fünf gemeinsame Kinder, unter ihnen Varda (geb.1943) und Tirza (geb. 1947). Kalman lebte in Hafetz Haim bis 1981. Er starb am 6. Oktober 1999 im Alter von 87 Jahren.

 

5_Karl Adler mit seinen Schwestern Johanna, Lotte und Suse
Karl Adler mit seinen drei Schwestern Johanna, Lotte und Suse
Reisepass-Miriam-Adler-geb.-Cohn
Reisepass Miriam Cohn (Ehefrau Karl Adlers)


Quellenangaben


Mitteilungen der Familie
Meldeakten Stadt Bad Kissingen
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfrankenexterner Link
Hans-Jürgen Beck, Kissingen war unsere Heimat, S. 775 (Informationen basieren größtenteils auf: Tirza Cohen, Jerusalem, The Story of the Adler Family of Bad Kissingen, unveröffentlichtes Manuskript vom August 2010; Übersetzung Hans-Jürgen Beck)
Israel's archives are going onlineexterner Link 

Bildnachweise


Passfotos Karl und Miriam Adler © Israel's archives are going onlineexterner Link
© Tirza Cohen



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